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ELIPS®
Hôpitaux Universitaires de Genève
rue Gabrielle Perret-Gentil 4
(ex - 24 rue Micheli-du-Crest)
1211 Genève 14
e-mail : elips.heart@hcuge.ch

Behandlung des Herzinfarktes

Medikamentöse Erstbehandlung

Um dem Sauerstoffmangel des Herzmuskels abzuhelfen werden bei Eintreffen medizinischer Hilfe mehrere Behandlungsmethoden begonnen:

Während dieser Zeit werden Ihr Elektrokardiogramm, Ihr Blutdruck und Ihr Sauerstoffgehalt im Blut permanent vom medizinischen Personal mithilfe medizinischer Geräte überwacht.

Je nach den Ergebnissen des Elektrokardiogramms und der Bestimmung bestimmter Substanzen im Blut, der sogenannten Herzenzyme (Troponin und Kreatinkinase) unterscheidet man zwei Situationen:

Behandlung zur Wiedereröffnung der Arterie (Revaskularisation)

Koronarangiographie, Koronarangioplastie und Stents

Die Koronarangiographie oder Kontrastdarstellung der Herzkranzgefäße (Koronararterien) ist eine Untersuchung um Veränderungen der Herzkranzgefäße darzustellen. Unter lokaler Betäubung (Lokalanästhesie) wird ein kleiner Plastikschlauch (Katheter) entweder über eine Arterie in der Leistengegend oder am Unterarm bis in die Herzkranzarterien eingeführt. Das Anästhetikum kann am Injektionsort leichtes Brennen hervorrufen. Durch Einspritzen von jodhaltigem Röntgenkontrastmittel können die Herzkranzgefäße (rechte und linke Herzschlagader) durch Röntgenstrahlung sichtbar gemacht werden. Eventuelle Gefäßverengungen oder Verschlüsse, die für Ihre Beschwerden (Angina pectoris oder Herzinfarkt) verantwortlich sind, können auf diese Weise sichtbar gemacht werden.

Diese Untersuchung ermöglicht gleichzeitig die Behandlung der Gefäßverengungen und sogar der Verschlüsse durch eine Technik die Koronarangioplastie genannt wird. Ein Katheter mit einem kleinen Ballon wird in die Herzkranzarterie eingeführt. Das verengte oder verschlossene Gefäß wird dann durch Aufblasen des Ballons aufgedehnt um wieder einen normalen Blutfluss zu ermöglichen. Um das Resultat der Behandlung zu verbessern wird im Allgemeinen eine zylinderförmige Metallprothese (Metallgitter), Stent (Gefäßstütze) genannt, in der kranken Arterie platziert.

Das Schlimmste an der Behandlung ist, dass man während (ungefähr 1 bis 2 Stunden) und einige Stunden nach ihrer Durchführung still auf dem Untersuchungstisch beziehungsweise im Krankenbett liegen muss, ohne dass man sich bewegen darf. Auf diese Weise kann die Punktionsstelle (Ort wo man den Katheter eingeführt hat) in der Leistengegend oder am Unterarm "vernarben" was Blutungen an dieser Stelle vermeidet.

Es gibt zwei Arten von Stents: unbeschichtete Stents und solche, die mit Medikamenten überzogen sind. Man nennt sie Drug-Eluting-Stents oder "aktive" Stents. Diese Medikamente sollen verhindern, dass sich die betroffene Arterie erneut verschliesst.
Das Einsetzen eines mit Medikamenten beschichteten Stents (aktiver Stent) hat zur Konsequenz dass man außer Aspirin noch ein anderes blutverdünnendes Medikament mindestens ein Jahr lang einnehmen muss (im Gegensatz zu einen Monat bei einem unbeschichteten Stent). Die aktiven Stents erhöhen nämlich ein bisschen das Risiko der Blutgerinnselbildung (Thrombose) durch Kontakt des Blutes mit dem Metallgitter da es später als bei unbeschichteten Stents von menschlichem Gewebe bedeckt wird.
Um den Stent wählen zu können, der für Sie geeignet ist, müssen wir zum Beispiel wissen ob Sie in nächster Zukunft eine grössere Operation geplant haben. Wenn das der Fall ist, ist eher ein unbeschichteter Stent zu empfehlen da das Blutungsrisiko bei Einnahme eines Blutplättchenhemmers zusätzlich zum Aspirin erhöht ist. Deshalb dürfen Sie niemals die Blutplättchenhemmer absetzen ohne vorher mit Ihrem Hausarzt oder Kardiologen zu sprechen.

Wie jede invasive medizinische Untersuchung oder Eingriff sind die Koronarangiographie und die Angioplastie mit Risiken verbunden:

Andere, sehr viel seltenere Komplikationen sind:

Aortokoronarer Bypass

Es handelt sich um eine meist offene Herzoperation, im Regelfall mit vorübergehendem künstlichem Herzstillstand. Hierbei werden einzelne Abschnitte Ihrer Venen oder Arterien verwendet um arteriosklerotisch verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße zu überbrücken (Bypass = Umgehungsanastomose)

Heutzutage kommt die Chirurgie weniger zum Einsatz, denn die Angioplastie ist eine sichere und wirksame Technik. Es gibt jedoch Situationen in denen ein Aortokoronarer Bypass angemessener ist:

Letzte Änderung an 24/09/2010