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ELIPS®
Hôpitaux Universitaires de Genève
rue Gabrielle Perret-Gentil 4
(ex - 24 rue Micheli-du-Crest)
1211 Genève 14
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Das Motivationsgespräch

« Gewöhnlich ist man von den Argumenten die man selber gefunden hat mehr überzeugt als von denjenigen die dem Geiste anderer entsprungen sind »

Pascal (1623-1662), Pensées (Gedanken)

Was ist ein Motivationsgespräch ?

Das Motivationsgespräch, das in den 1980er Jahren von den Psychologen William Miller und Stephen Rollnick entwickelt wurde, ist ein Gespräch das den Patienten in den Mittelpunkt stellt und ihn ermutigt sein Verhalten zu ändern. Es soll ihm helfen seine Ambivalenz gegenüber Veränderungen zu erkennen und zu beheben (MILLER und ROLLNICK 1991).

Die Methode zielt auf die Auflösung der Ambivalenz und soll beim Wandel helfen. Ihr Ziel ist es in der Sichtweise des Patienten eine Diskrepanz zwischen seinem aktuellen Verhalten und seinen Werten oder seinen allgemeinen Zielen zu schaffen.

Das Motivationsgespräch ehrt und respektiert die Autonomie des Einzelnen und die Entscheidungsfreiheit. Es ist konzipiert um Motivationsprobleme zu lösen wenn diese Verhaltensänderungen verhindern. 

Anwendungsgebiete

Diese Methode wurde zuerst viel bei Abhängigkeits- und Suchtproblemen angewandt um schließlich auch in anderen Bereichen Anwendung zu finden: Zuckerkrankheit, Ernährung, Gewichtsabnahme, Compliance (Therapietreue), Sexualverhalten usw. Außerdem sind Ihre positiven Auswirkungen auf bestimmte kardiovaskuläre Risikofaktoren belegt.

Die Benutzung des Motivationsgesprächs durch das behandelnde Personal der Kardiologie

Von den HUG wurde im Rahmen der stationären Behandlung von Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen ein Aktionsprogramm zur Vorbeugung von Risikofaktoren entwickelt. Dieses Programm beinhaltet einerseits bildhafte Elemente in Form eines « Fresko » und andererseits ein « Motivationsgespräch » als Form des Dialogs mit dem Patienten.

Es wurde ein echter Gewinn sowohl für die Patienten als auch für das behandelnde Personal festgestellt, auch wenn dieser Ansatz dem Pflegepersonal noch wenig vertraut ist.

Für die Zukunft ist eine Ausweitung des Angebots der Ausbildung zum Motivationsgespräch geplant. Eine solche spezifische Ausbildung wird zur Zeit nur dem Personal der kardiologischen Abteilung und dem Fachpersonal anderer Abteilungen, das während der stationären Behandlung Kontakt mit dem Patienten hat, sei es auf der Intensivstation, auf der kardiologischen Abteilung oder in der Rehabilitation, angeboten.

Diese Ausbildung wird in Zukunft in ihrer jetzigen Form den Ärzten von Konvaleszenzkrankenhäusern erteilt. Alle anderen Berufsgruppen wie Physiotherapeuten, Pfleger, Ernährungsberater, Sportlehrer sowie Krankenpfleger und Ärzte der Intensivstation werden zur Zeit in der Methode der kurzen Motivationsintervention ausgebildet welche Ihrer Tätigkeit besser angepasst ist. 

Die kurze Motivationsintervention

Es handelt sich um eine Maßnahme die 5 bis 20 Minuten dauert und während einer Routineberatung durchgeführt werden kann. Der Behandelnde sensibilisiert den Patienten für seine Ambivalenz gegenüber einem Problem oder der Notwendigkeit einer Veränderung und gibt Ihm hierzu die geeigneten Informationen um das vom Patienten gesteckte Ziel zu erreichen. Dies alles geschieht in einer motivierenden Art und Weise.

Für eine sogenannte kurze Intervention richtet sich der Behandelnde nach folgenden 6 Schritten:

Die 6 Schritte

Einverständnis: das Einverständnis des Patienten einholen. Definition des vorrangig zu diskutierenden Verhaltens.

Bewertung: Kennzeichnung (standardisierter Fragebogen, Quantifikation). Glaube, Darstellung, Kenntnisse und vorherige Erfahrungen des Patienten.

Information: Medizinische Informationen auf das Anliegen des Patienten zugeschnitten. Respekt der Unabhängigkeit.

Einigung: Auswahl der Ziele und Methoden zu Ihrer Realisierung nach gemeinsamer Entscheidung basierend auf realistischen Erwartungen.

Hilfe: Rückhalt und Unterstützung. Informationen über die zur Verfügung stehenden Mittel. Hindernisse erkennen. Praktische Aspekte.

Organisation: Bewertung und regelmäßiger Rückhalt. Nachsorge planen.

Die verschiedenen Stadien der Verhaltensänderung (nach dem theoretischen Modell von Prochaska und Di Clemente)

Unentschlossenheit Der Patient ist sich keines Problems bewusst oder betrachtet es als unwichtig.

Absicht Der Patient erkennt ein Problem und ist der Meinung, dass es ohne Zweifel von Nutzen wäre etwas zu unternehmen aber er verdrängt dies auf unbestimmte Zeit.

Vorbereitung Der Patient beginnt damit eine Verhaltensänderung zu planen, zum Beispiel indem er um Rat fragt oder eine Sprechstunde aufsucht.

Handeln Der Patient leitet tatsächlich eine Verhaltensänderung ein, zum Beispiel gibt er das Rauchen auf.

Konsolidierung Dieses Stadium ist von Vorbeugungsmassnahmen geprägt, nach ungefähr 6-monatig erfolgter Verhaltensänderung

(siehe Beispiele/ kommender Link)

Indikationen für ein Motivationsgespräch

Geist und Grundsätze

Geist

Grundsätze

Ein Vermittler : das Fresko

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Voraussetzungen für den Erfolg

Die Wirkung des Motivationsgespräches ist robust und nachhaltig wenn es gleich zu Beginn der Behandlung eingesetzt wird.

Weitere Informationen...

 

Letzte Änderung an 13/02/2009